350 Jahre Geigenmacherinnung Markneukirchen - Ein Jubiläum für den vogtländischen Musikinstrumentenbau

Vor 350 Jahren begann in Markneukirchen eine Erfolgsgeschichte, deren Klang bis heute in die ganze Welt reicht. Mit der Gründung der Geigenmacherinnung im Jahr 1677 entstand nicht nur eine Handwerksgemeinschaft – es entstand eine Tradition, die Generationen von Instrumentenmachern, ja das Leben einer ganzen Stadt und ihrer Umgebung prägt. Sie ist dabei so einmalig, dass der gesamt vogtländische Musikinstrumentenbau seit 2014 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO in Deutschland zählt.

Das Jubiläumsjahr 2027 lädt dazu ein, die faszinierende Geschichte des vogtländischen Musikinstrumentenbaus neu zu entdecken, den Menschen hinter dem Handwerk zu begegnen und die heutige Vielfalt und Lebendigkeit dieser einzigartigen Tradition zu erleben.

Highlights

Unterstützen Sie das Jubiläumsjahr mit einer Spende an die Bürgerstiftung Markneukirchen!
IBAN: DE82 8705 8000 0101 0665 20
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Kontoinhaberin: Bürgerstiftung Musikstadt Markneukirchen
Verwendungszweck: 350 Jahre Innung


Die Gründung der Geigenmacherinnnung 1677 und ihre Bedeutung für Markneukirchen in der heutigen Zeit

von Dr. Enrico Weller

1. Das Jubiläum „350 Jahre Geigenmacherinnung Markneukirchen“ erinnert an den Beginn der berufsständischen Vereinigung vogtländischer Instrumentenmacher, die – nach den Brüchen politischer Systeme des 20. Jahrhunderts – bis zur Gegenwart in der Innung des vogtländischen Musikinstrumentenhandwerks Markneukirchen fortlebt. Somit handelt es sich um die älteste Handwerksinnung des deutschen Musikinstrumentenbaus und um eine der ältesten deutschen Innungen überhaupt.

2. Das Jahr 1677 ist das wichtigste Annum in der Markneukirchner Stadtgeschichte. Es ist – so steht es am Sockel des Markneukirchner Geigenmacher-Denkmals – das „Geburtsjahr der vogtländischen Musikinstrumenten-Industrie“. Gerade in Markneukirchen dominiert der Instrumentenbau bis heute die Wirtschaft, die Kultur, die Identität und ist mittlerweile auch ein touristisches Thema.

3. Das Jahr 1677 strahlt aber weit über Markneukirchen hinaus. Alles, was hier seither zum Instrumentenbau-Cluster wuchs, und auch alles, was mit vogtländischen Wurzeln in der internationalen Musikwelt zu Erfolg und Ansehen kam, ist ohne die Initialzündung des Jahres 1677 nicht zu denken. Es gäbe weder das Heckel-Fagott aus Biebrich noch die legendäre Martin-Guitar aus Nazareth/Pennsylvania; Prokofjews erster Lehrer Reinhold Moritzewitsch Glièr wäre nie über Kiew nach Moskau gekommen und wahrscheinlich wäre der E-Bass der Beatles auch nicht im fränkischen Bubenreuth gebaut worden. Und in Markneukirchen selbst gäbe es weder Museum noch Musikhalle, weder Musikschule noch das 1853 gegründete Stadtorchester, in dem vorwiegend Instrumentenbauer musizieren.

4. Das Jahr 1677 ist also initial wie fundamental für den gesamten deutschen Musikinstrumentenbau und steht damit exemplarisch für wirtschaftliche und kulturelle Traditionen, Erfolge und Identität. An anderer Stelle ist das schon gewürdigt worden: 2014 erfolgte die Nominierung des Vogtländischen Instrumentenbaus in Markneukirchen und Umgebung in das bundesweite Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe. Das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen bereitet derzeit die Aufnahme der Innungsstatuten von 1677 in das „Weltdokumentenerbe“ vor.


Festkonzert am 20. März 2027

Sinfonieorchester Markneukirchen
Blasorchester Markneukirchen

Solisten: 
Andreas Hartmann (Violine, 1. Konzertmeister des MDR Sinfonieorchesters)
Radenko Kostadinov (Viola)
Duo Guitartes – Anne-Kathrin Gerbeth und Bernhard Dolch (Gitarre)

Programm (u.a.):
Ludwig van Beethoven, Romanze F-Dur für Violine und Orchester
Vittorio Monti, Csárdás für Violine und Orchester


Musikstadtfest am 5. und 6. Juni 2026 mit Festumzug


Wir danken allen Unterstützern, Förderern und Sponsoren:

Freistaat Sachsen
Stadt Markneukirchen
Innung des vogtländischen Musikinstrumenten-Handwerks
Verein der Freunde und Förderer des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen
Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen
Studiengang Musikinstrumentenbau der Westsächsischen Hochschule Zwickau