Musikinstrumentenbau seit über 350 Jahren

Seit mehr als 350 Jahren ist die wirtschaftliche Entwicklung Markneukirchens eng mit dem Musikinstrumentenbau verbunden. In Folge der Gegenreformation ließen sich ab 1650 böhmische Geigenbauer aus dem benachbarten Graslitz (Kraslice) in Markneukirchen und Klingenthal nieder. Die von ihnen 1677 gegründete Innung ist heute die älteste noch bestehende Musikinstrumentenmacherinnung Deutschlands. Es folgten ab 1720 die Saitenherstellung, ab 1755 der Metallblasinstrumentenbau und ab 1772 der Holzblasinstrumentenbau. Seit der Zeit W. A. Mozarts wird das komplette Orchesterinstrumentarium, dessen Bestandteile und das benötigte Zubehör gefertigt. So kommen heute neben Musikinstrumenten auch Bestandteile und notwendiges Zubehör wie Kinn- und Saitenhalter, Bogenfrösche, Mechaniken, Stege, Mundstücke, Taschen und Etuis aus dem Raum Markneukirchen. Takt- und Trommelstöcke, Musikspielwaren, klassische und moderne Perkussionsinstrumente sowie das Orff’sche Instrumentarium runden die Produktpalette ab.
Markneukirchen ist als Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus ein Begriff in der Musikwelt. In rund 100 Betrieben in und um die Musikstadt werden die Erfahrungen vogtländischer Handwerksmeister fortgeführt und stetig weiterentwickelt. So werden die Instrumente aus dem Musikwinkel zu einem qualitätsvollen Kleinod.

Traditioneller vogtändischer Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung als immaterielles Kulturerbe

Aufgrund seiner Einmaligkeit an Vielfalt und Konzentration wurde der traditionelle vogtländische Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung im Jahr 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Im Dezember 2018 berichtete das Handwerk-Magazin über den vogtländischen Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung. Hier geht's zum Video

"Stille Orte" - Musikinstrumentenbau in Zeiten der Pandemie

Dort, wo sonst Musik erklingt, herrscht derzeit oft Stille. Auch der für Anfang Mai geplante 56. Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen musste in diesem Jahr abgesagt werden. Zu groß sind die Hürden für internationales Reisen, optimale Wettbewerbsbedingungen, Begegnungen und Konzerte vor Ort. In Markneukirchen ebenso wie rund um den Globus befinden sich Musiker in einer "Generalpause" und sehnen den Moment herbei, in dem Räume wieder gemeinsam mit Klang gefüllt werden können.

Doch welchen Einfluss hat diese "Pause" des Musiklebens eigentlich auf den Musikinstrumentenbau, auf die zahllosen Handwerksbetriebe in Markneukirchen und Umgebung? Dieser Frage und den Hintergründen zur Absage des Wettbewerbes geht das Video "Stille Orte" von Lukas und Jonas Winkel nach, das im Auftrag des Vereins Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen und der Innung des vogtländischen Musikinstrumentenhandwerks entstanden ist. Beide Institutionen sind Mitglied im Sächsischen Musikrat, der zur Erstellung des Films aufgerufen und die Produktion finanziell unterstützt hat.

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