Der Reisevertrag

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Wenn Sie eine bestimmte Reise buchen und der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin diese Buchung bestätigt, kommt ein Reisevertrag zustande. Der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin muss Ihnen spätestens nach Vertragsschluss eine Reisebestätigung aushändigen. Darin wird zugleich der wesentliche Vertragsinhalt festgelegt. Im Regelfall sind die Angaben des Reiseprospekts Vertragsbestandteil, darüber hinaus auch Sonderwünsche des oder der Reisenden, sofern diese vom Veranstalter / von der Veranstalterin bestätigt worden sind.

Tipp: Nehmen Sie nicht nur die Reisebestätigung, sondern auch die Reisebeschreibung im Katalog an den Urlaubsort mit, damit Sie dort feststellen können, ob Sie die vertraglich vereinbarte und durch den Veranstalter / die Veranstalterin geschuldete Leistung erhalten.

Spätere Änderungen des Reisevertrages sind sowohl für den Veranstalter / die Veranstalterin als auch für die reisende Person nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Rücktritt des Reiseveranstalters vor Reisebeginn

Der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin kann vor Reisebeginn nur in den folgenden Fällen vom Vertrag zurücktreten:

  • Für die Pauschalreise haben sich weniger Personen als die im Vertrag angegebene Mindestteilnehmerzahl angemeldet.
  • Der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin ist aufgrund unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände (z. B. Naturkatastrophen, unvorhergesehene kriegerische Ereignisse) an der Erfüllung des Vertrages gehindert.

Im Falle eines Rücktritts verliert der Reisveranstalter / die Reiseveranstalterin seinen Anspruch auf den Reisepreis. Sollten Sie den Reisepreis bereits gezahlt haben, ist der Reisveranstalter / die Reiseveranstalterin zur Rückerstattung spätestens innerhalb von 14 Tagen verpflichtet.

Änderung einer vertraglich vereinbarten Reiseleistung

Eine einseitige Änderung der vertraglich festgelegten Reiseleistung ist nur dann möglich, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vorgesehen wurde und die Änderung unerheblich (z. B. Änderung der Abflugzeit) ist. Auch in diesem Fall muss der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin die Änderung allerdings zwingend vor Reisebeginn erklären.

Erhöhung des Reisepreises

Nur wenn sich der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin eine nachträgliche Preiserhöhung im Vertrag vorbehalten hat, kann er beziehungsweise sie den Reisepreis erhöhen. Dabei müssen genaue Angaben zur Berechnung des neuen Preises gemacht werden. Eine Preiserhöhung ist auch nur dann möglich, wenn der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin bei bestimmten Kostenfaktoren, zum Beispiel den Treibstoffpreisen, selbst von Preiserhöhungen betroffen wurde.

Wenn Sie eine Reise kurzfristig buchen, so brauchen Sie trotz anderslautender Reisebedingungen keine Preiserhöhung zu befürchten, denn der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin kann nur bis zum 20. Tag vor dem vereinbarten Reisetermin und auch nur dann eine Preiserhöhung verlangen, wenn er oder sie den Reisenden bis spätestens zum 20. Tag vor Reisebeginn darüber in vorgeschriebener Form unterrichtet hat.

Tipp: Hat sich der Reiseveranstalter / Reiseveranstalterin im Vertrag die Möglichkeit einer Erhöhung des Reisepreises vorbehalten und kommt es im Nachhinein zu einer Senkung bestimmter Kostenfaktoren, wie beispielsweise der Treibstoffpreise oder Flughafengebühren, können Sie im Gegenzug auch eine entsprechende Senkung des Reisepreises verlangen. Der Reiseveranstalter / die Reiseveranstalterin darf von dem zu erstattenden Mehrbetrag allerdings seine / ihre tatsächlich entstandenen Verwaltungsausgaben abziehen.

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. 05.11.2021