Freibeträge für Kinder, Kindergeld (Familienleistungsausgleich)

Inhalte aus AMT24

Da Eltern für Unterhalt und Ausbildung ihrer Kinder aufkommen müssen, haben sie erhebliche finanzielle Aufwendungen zu tragen. Der Staat entlastet Familien im Rahmen des Familienleistungsausgleichs, das heißt durch das Kindergeld, welches als Steuervergütung gezahlt wird, oder durch die Freibeträge für Kinder.  [...]

Im laufenden Jahr erfolgt die Steuerfreistellung zunächst nur über das monatlich gezahlte Kindergeld und den Kinderbonus.

Beim Lohnsteuerabzug wirken sich die als sogenannter Kinderzähler in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eingetragenen Freibeträge für Kinder nur auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und gegebenenfalls auf die Kirchensteuer aus (eine Ausnahme gilt bei Kindern im Ausland, wenn für das Kind kein Kindergeldanspruch besteht).

Bei der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung (mit dem Vordruck "Anlage Kind") prüft das Finanzamt für jedes einzelne Kind von Amts wegen, ob die Freibeträge für Kinder abzuziehen sind. In diesem Fall wird die ermittelte Einkommensteuer um den Gesamtbetrag des Kindergeldanspruches und des Kinderbonus erhöht. Durch die Freibeträge für Kinder sollen Steuerpflichtige mit Kindern gegenüber Steuerpflichtigen ohne Kinder mit gleichem Einkommen steuerlich entlastet werden.

Kindergeld

Kindergeld wird auf Antrag vom Geburtsmonat des Kindes an gewährt. Ab Januar 2021 erhöht sich das Kindergeld für jedes Kind um 15 Euro und wird in folgender Höhe ausgezahlt:

  • für das erste und zweite Kind jeweils EUR 219,00
  • für das dritte Kind EUR 225,00
  • für jedes weitere Kind EUR 250,00

Kinderbonus

Zur finanziellen Unterstützung in der Coronakrise wurde Eltern neben dem Kindergeld im Jahr 2020 ein Kinderbonus je Kind von insgesamt EUR 300,00 ausgezahlt. Wegen der anhaltenden Belastungen von Familien mit Kindern aufgrund der Einschränkungen während der Corona-Pandemie soll auch im Jahr 2021 für jedes Kind, für welches in diesem Jahr für mindestens einen Kalendermonat ein Anspruch auf Kindergeld besteht, ein Kinderbonus gezahlt werden. Dazu wird in der Regel das Kindergeld für den Kalendermonat Mai 2021 um einen Einmalbetrag in Höhe von EUR 150,00 erhöht.

Ein gesonderter Antrag für den Kinderbonus ist nicht erforderlich.

Kinderfreibeträge

Die Freibeträge für Kinder umfassen

  • den Kinderfreibetrag in Höhe von EUR 2.586 für das Jahr 2020 bzw. ab dem Jahr 2021 EUR 2.730 (sächliches Existenzminimum) und
  • den Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf in Höhe von EUR 1.320 jährlich bzw. ab dem Jahr 2021 EUR 1.464 für jedes zu berücksichtigende Kind.  [...]

Ein Ansatz der Freibeträge kommt in Betracht, wenn der Anspruch auf Kindergeld und der Kinderbonus die individuelle steuerliche Wirkung der Freibeträge nicht ausgleichen können. Dies wird zumeist nur bei relativ hohem Einkommen der Fall sein. Je nachdem, was für Sie günstiger ist, haben Sie also entweder Anspruch auf Kindergeld und Kinderbonus oder auf Freibeträge für Kinder.

Tipp: Nähere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr zuständiges Finanzamt.

Doppelter Betrag für zusammenveranlagte Eltern

Werden Sie als Eheleute / Lebenspartner zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, verdoppeln sich die oben genannten Beträge, wenn das Kind zu beiden in einem Kindschaftsverhältnis steht. Überdies stehen die doppelten Freibeträge in Höhe von EUR 5.172 (2021: EUR 5.460) beziehungsweise EUR 2.640 (2021: EUR 2.928) Ihnen auch allein zu, wenn Sie etwa das Kind allein adoptiert haben oder der andere Elternteil verstorben ist.

Übertragung der Freibeträge

Hat ein minderjähriges Kind seinen Wohnsitz nur bei einem Elternteil, kann dieser beim Finanzamt beantragen, dass der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des anderen Elternteils auf ihn übertragen wird.   [...]Das ist unabhängig vom Kinderfreibetrag möglich. Eine Übertragung scheidet jedoch aus, wenn der Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, der Übertragung widerspricht, weil er (ebenfalls) Kinderbetreuungskosten trägt oder das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.

Wird das Kind volljährig, kann der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf für das entsprechende Jahr nur für den Zeitraum übertragen werden, in dem das Kind noch minderjährig ist.

Auf Antrag kann das Finanzamt die den Eltern zustehenden Freibeträge auch auf einen Stiefeltern- oder Großelternteil übertragen, wenn dieser das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat oder gegenüber dem Kind unterhaltspflichtig ist.

Kinder im Ausland

Lebt das Kind außerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums, werden die Freibeträge unter Umständen nur zu drei Vierteln, zur Hälfte oder zu einem Viertel angesetzt.

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Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium der Finanzen. 14.04.2021