Pflichtteil

Inhalte aus AMT24

Der Erblasser oder die Erblasserin kann durch eine Verfügung von Todes wegen frei bestimmen, wer von ihm oder ihr erben soll. Die gesetzliche Erbfolge ist dabei nicht bindend. Bestimmte gesetzliche Erben und Erbinnen, soweit sie als solche berufen wären, können von einer Beteiligung an der Erbschaft jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Abkömmlinge sowie Ehe- und Lebenspartner oder -partnerinnen haben, wenn sie vom Erblasser oder von der Erblasserin enterbt wurden, einen Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil, wenn sie gesetzlich geerbt hätten. Gleiches gilt für die Eltern des Erblassers oder der Erblasserin, wenn dieser oder diese keine Kinder hatte.

Die oben genannten Pflichtteilsberechtigten haben gegen den oder die testamentarisch eingesetzten Erbenden einen Anspruch auf Geldzahlung. Die Höhe des Pflichtteils entspricht der Hälfte des Wertes des Erbteils, der ihnen kraft Gesetzes zugestanden hätte.

Beispiel:

Die verstorbene Person war ledig und hat ein Kind hinterlassen. Dieses wäre – wenn keine letztwillige Verfügung vorhanden ist – gesetzlicher Alleinerbe oder gesetzliche Alleinerbin. Nun hat die verstorbene Person mit Testament aber seinen Nachbarn oder seine Nachbarin als allein erbende Person eingesetzt. Damit ist das Kind von der Erbfolge ausgeschlossen und hat Anspruch auf die Auszahlung seines Pflichtteils. Dieser beträgt in diesem Fall dann 50 % des Nachlasses.

In folgender Broschüre finden Sie eine weitere Beispielrechnung zum Pflichtteil:

Entziehung des Pflichtteils

Den Pflichtteil können Sie der berechtigten Person nur in absoluten Ausnahmefällen bei schweren Verfehlungen entziehen. Eine konkrete Aufstellung der Entziehungsgründe finden Sie hier:

Tipp: Wenn Sie Fragen zum Thema "Pflichtteil" haben, lassen Sie sich in einer Rechtsanwalts- oder Notarkanzlei beraten.

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung. 10.11.2021